Rückblich Vorrunde U23 Knaben
Wer hoch fliegt, fällt auch tief. Ob das wohl auch fürs Springen gilt?
Der letztjährige U23-Meister zeigt sich weiterhin dominant. Wird es aber auch diese Saison für den Titel reichen?
Die Hälfe der Saison ist vorüber und die Rückrunde hat schon begonnen. Es wird Zeit, das bisherige Revue passieren zu lassen:
Die Bösinger U23 Herren; die letzte Bastion der Vollblutseisler, umzingelt von lauter Welschen. Mit Ausnahme von Murten, als teils deutschsprachiger Gegner. Doch unsere Mannschaft schlägt sich Wacker und verteidigt den Röstigraben. Bisher kam sie nur einmal leicht ins Wanken, doch dazu später mehr.
Das Team startete nach einigen Abgängen in der letzten Saison wieder mit dem gewohnten 6 : 2 Spielsystem. Captain Livio Egger, Simon Schmied und Tenzin Tangkhar als Aussenangreifer, Alex Schaller und Janis Zbinden als Mittelblocker, Fabio Blaser, Arun Yogaratnam, Kyrill Gobet und neuerdings auch Valentin Goguet am Pass. Trainer nach wie vor Andreas Fritz Egger, wobei man mit tränenden Augen Marco Blaser als zweiten Trainer verabschieden musste. Aufmerksamen Leser*innen mag hier nun aufgefallen sein, dass die Mitte-Position relativ schwach besetzt ist. Dies ist auf Verletzungen und sonstige Beschwerden zurückzuführen. Sowohl Janic Lüthi als auch Simon Spicher sind vorerst krankgeschrieben.
Die Lücken im Team wurden zum Glück bald aufgefüllt. Als Neuzugänge darf man Jonathan Maier (Aussen) und Berci Bodo (gezwungenermassen Mitte) begrüssen. Jonathan fasziniert dabei nicht nur mit seiner filigranen Technik, sondern ebenso mit seiner goldenen, schulterlangen Mähne. Ein wahrhaftiger Löwe unter all den Textured-Fringe-Schafen (eine Frisur, googlen wenn unklar, wie sie aussieht). Berci schockierte schon bei den ersten Trainings mit Sprungaufschlägen, obwohl er seinen Berichten nach noch nie ausserhalb der Schule Volleyball gespielt habe. Ganz abkaufen tu ich ihm das immer noch nicht. Es können wahrscheinlich auch nicht alle solche Bewegungslegastheniker sein wie meine Wenigkeit. Ich schweife ab.
Nun da die Besetzung der Positionen klar ist, zum Verlauf der bisherigen Saison. Die U23 des VBC Bösingen befindet sich zurzeit komfortabel an der Spitze der Tabelle mit 20 Punkten aus sieben Spielen. Dabei vor allem 3: 0, wenige 3: 1 Siege. Nur einmal kam der König des vergangenen Jahres ins Wanken. Gegen den TV Murten wurde es einmal ein wenig ungemütlich. 3: 2 in fünf Sätzen gewonnen. Auf die Fragen meinerseits (abwesend bei jenem Match), wieso wir einen Punkt gegen Murten abgegeben hätten, kam die Antwort: „Wir haben keinen Abgegeben, sondern zwei gewonnen“ (Ivio Legger, Name der Redaktion bekannt). 0: 2 lagen Bösingens Jünglinge in Murten hinten, dennoch gewannen sie den Match. Eine wahre Kämpfernatur, diese Mannschaft.
Bei einigen Mannschaften (die Niveauunterschiede sind recht gross) reicht es aber auch ohne diesen Kampfgeist und wir können einfach Spass haben. Böse Zungen behaupten, der Erfolg sei unserem Team zu Kopf gestiegen. Ganz unrecht haben sie damit sicher nicht. Hier zeigt sich auch die Challenge der Saison für die Bösinger U23: Herunterkommen von ihrem hohen Ross, bodenständiger werden und sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern vielmehr an sich selbst weiter hart arbeiten. Denn, sobald man einmal nicht am Führen ist, herrscht Panik. Physisch und technisch scheinen wir gut aufgestellt, was uns fehlt ist die mentale Belastbarkeit dahinter, um sich auch mal in schwierigen Situationen zurückzukämpfen. Dies gelingt uns oft nicht, mit einigen Ausnahmen wie eben zum Beispiel in Murten.
Das uns realistisch gesehen der Meistertitel fast nicht mehr genommen werden kann, sollte klar sein. Nun gilt es dennoch Spielerfahrung aus dieser Saison mitzunehmen und an eben genannten Baustellen zu arbeiten. Diese Saison ist ein weiteres Ziel hinzugekommen: Der Sieg am Freiburger Cupfinal der Junioren. Auch diesen gilt es, wenn möglich, für die letzte vollständig deutschsprachige Volleyballfraktion im Kanton Freiburg zu holen.
Allez Bösinge!
Janis Zbinden 15.12.25